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Die schlechtesten Filme des Jahres 2020

Das Jahr ist vorbei. “Endlich!”, mag man fast sagen, denn 2020 dürfte eine Zäsur darstellen – auch für die Filmwelt. Noch nie wurden so viele Starttermine auf unbestimmte Zeit verschoben. Noch nie mussten so viele Filmschaffende und in der Branche Tätige um ihre Jobs bangen. Noch nie stand das Kino vor so einer dramatischen Veränderung. Trolls World Tour machte im April den Anfang, Mulan folgte. Immer mehr Filmstudios vertreiben ihre Werke inzwischen gleichzeitig oder sogar ausschließlich auf Streamingplattformen. Warner hat kürzlich angekündigt, im kommenden Jahr alle Filmstarts gleichzeitig im Kino und bei HBO Max anzubieten (*im us-amerikanischen Raum).

Ob wir den inzwischen gefürchteten Tod des Kinos bald streamen können, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass der Filmbranche ein Umbruch bevorsteht. Doch bei all der Aufregung um Geschäftsmodelle, Startdaten und Preisanpassungen gerieten die eigentlichen Filme fast ins Hintertreffen. Ein Grund mehr, einen Blick zurück zu wagen. Welche Filme stachen dieses Jahr besonders heraus? Welche Werke überraschten, welche enttäuschten?

Zugegeben, die Konkurrenz dieses Jahr war eher klein – zumindest wenn es um Kinofilme geht. Netflix und Co. hingegen waren auch dieses Jahr für die ein oder andere Besonderheit verantwortlich. Da aber auch ich – den Umständen entsprechend – nur “wenige” Neustarts gesehen habe, gibt es dieses Jahr nur die besten und schlechtesten fünf Filme des Jahres.

Die Bestenliste folgt morgen, aber jetzt erst einmal *Trommelwirbel bitte*…

Die schlechtesten Filme des Jahres

Platz 5: Jean Seberg – Against all Enemies
(Biografie / Drama)

In der dramatischen Filmbiografie rund um die Schauspielerin Jean Seberg, die in den 60ern die Black-Power-Bewegung unterstützt und somit zur Zielscheibe des FBI wurde, ist vor allem die Hauptfigur fehlbesetzt. Kristen Stewart fehlt es einfach an Ausdrucksstärke, die dramatische und tragische Geschichte Sebergs lebendig werden zu lassen, sodass ich mich selbst bei eigentlich kurzen 102 Minuten sehr gelangweilt habe..

Platz 4: Die Känguru-Chroniken
(Komödie)

Es gibt Filme, die wollen unfassbar clever sein und sind schlussendlich nur plump. Die Verfilmung des Bestsellers von Marc-Uwe Kling ist dafür ein tolles Beispiel. Während das Buch noch cleveren, zynischen Witz besaß, ist der Film von Dani Levy in seinen Versuchen, satirisch zu sein, einfach nur sehr, sehr nervig.

Platz 3: Nightlife
(Komödie / Romanze)

Auch wenn die Trailer nur wenig Besonderheiten versprachen, hatte ich nach seinem unterhaltsamen Willkommen bei den Hartmanns (2016) Hoffnungen in das neue Werk von Regisseur Simon Verhoeven. Dass aber dann doch ein Paradebeispiel für fast alles, was in deutschen Komödien schief läuft, dabei herauskommen würde, hätte ich nicht gedacht. Abgedroschene Dialoge gehen hier Hand in Hand mit forcierten Handlungen und vorhersehbaren “Wendungen”. Den Witz sucht man in den knapp zwei Stunden übrigens vergeblich.

Platz 2: 365 Tage
(Drama / Erotik)

Die Netflix-Produktion lässt mich wirklich sauer zurück. Dass im Jahr 2020 eine Story um Gefangenschaft, Nötigung und Missbrauch immer noch als “erwachsene Romantik” behandelt wird, ist schon mehr als beschämend. Dass die polnische Produktion aber zu einem der erfolgreichsten Netflix-Filme überhaupt wurde und ein Sequel inzwischen geplant ist, muss fassungslos machen.

Platz 1: Die Hochzeit
(Komödie)

“Und so bin ich nach zwei Stunden kleinster „Filmkunst“ und größtem Fremdscham fast nur noch entsetzt, dass ich mal wieder überrascht bin, entsetzt zu sein.”, hatte ich in meiner Letterboxd-Review geschrieben. Die Hochzeit ist des Begriffes “Film” nicht würdig. Ein Werk mit eklatanten Fehlern in jeder Hinsicht. Til Schweiger bedient sich erneut an sexistischen, rassistischen und homophoben Aussagen und die Frechheit, dass dieser Müll auch noch gefördert wurde, wird wohl nur vom Narzissmus des Regisseurs selbst übertroffen.

Poster Die schlechtesten Filme 2020

Fazit

Wenn man nur auf die Blockbuster des Jahres schaut, war es ein eher schwaches Filmjahr. Christopher Nolans Tenet blieb hinter den Erwartungen zurück, Die fantastische Reise des Dr. Dolittle, Greenland und Jim Knopf und die wilde 13 waren mau. Mulan hab ich in der Rückbetrachtung zu gut bewertet und auch Netflix-Produktionen wie The Old Guard kann man sich sparen. Es kann also eigentlich nur besser werden und das wird es auch. Schon morgen folgt die Bestenliste des Jahres und im kommenden Jahr dürften dann einige heiß erwartete Filme endlich anlaufen.

Hier geht’s zu den besten Filmen des Jahres:

Die besten Filme des Jahres 2020

Übrigens: die gesamte Auflistung, meine Bewertungen zu vielen weiteren Filmen und einige kurze Kritiken gibt es bei Letterboxd.

Bis dahin kommt gut ins neue Jahr!

KR

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